„Für mich ist Leverkusen immer noch Heimat“ - Im Gespräch mit Christian Sengfelder

„Für mich ist Leverkusen immer noch Heimat“

Christian Sengfelder hat aufregende Wochen hinter sich: Start mit den Brose Bamberg in die neue Saison der easyCredit-BBL, die FIBA Basketball Champions League ist in vollem Gange und dann veröffentlichte er, in Zusammenarbeit mit dem Kommentator des GIANTS-Livestreams, Henning Kuhl, auch noch seine Biografie „Christian Sengfelder – der lange Weg zum Basketball-Profi“. Wir sprachen mit dem 25-Jährigen über sein Buch, seine Heimatstadt Leverkusen und selbstverständlich auch die BAYER GIANTS Leverkusen.

GIANTS: Christian, zuerst einmal: Wie geht es dir in Zeiten der Corona-Pandemie aktuell?

Christian Sengfelder: Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wir trainieren und spielen aktuell ganz normal weiter. Zudem werden wir vor jedem Spiel getestet. Heißt, dass wir aufgrund des aktuellen Spielplans meistens zwei Mal pro Woche getestet werden. Dementsprechend geht es mir gesundheitlich sehr gut.

In der vergangenen Woche ist die über dich erschienene Biografie auf den Markt gekommen. Was ist das für ein Gefühl, ein Buch in den Händen zu halten, welches ausschließlich über einen selbst handelt?

Das ist schon echt ein verrücktes Gefühl. Komplett surreal. Dass mein Lebensweg es wirklich wert ist, ein Buch darüber zu schreiben, ist eine unfassbare Ehre und es stimmt mich wirklich dankbar. Ich muss aber auch sagen, dass Henning diesem Buch seinen „Touch“ mitgibt, da er auch über andere Themen wie Rassismus, Doping und die 6+6-Regel schreibt. Mit diesen Themen habe ich ja weniger zu tun.

Wie würdest du die Biografie in eigenen Worten beschreiben?

Ich denke, dass diese Biografie meinen Weg, den ich bis hierhin gegangen bin, sehr gut widerspiegelt. Es ermöglicht auch sehr nahe und interessante Einblicke in mein Leben und meine Vorgehens- beziehungsweise Denkweise. Sehr speziell wird dieses Buch außerdem dadurch, dass Henning die Idee hatte, mit sehr vielen Coaches, die mich auf meinem Weg begleitet haben, Interviews zu führen, wodurch ganz viele Perspektiven und Blickwinkel abgedeckt werden – einfach eine „kuhle“ (coole) Idee!

Welche Themen waren für dich besonders wichtig erwähnt zu werden?

Ich glaube, dass es wichtig war, dass ich den Tod meiner Mama in diesem Buch erwähne. Es ist ein Thema, welches ich in der Öffentlichkeit bisher nicht angesprochen habe. Es beeinträchtigt mich allerdings und hat das Werk schlussendlich komplettiert. Wäre dieses Kapitel nicht in dem Buch, würde ein wichtiges Puzzleteil fehlen.

Du hast selbstverständlich nicht alleine diese Biografie verfasst. Henning Kuhl, Kommentator des GIANTS-Livestream, war als Autor für das Werk verantwortlich. Wie würdest du eure Zusammenarbeit beschreiben?

Das war meiner Meinung nach echt sehr entspannt. Er hatte mich schon öfters gefragt, ob ich nicht daran interessiert wäre, ein Buch über meinen Weg zum Basketball-Profi zu schreiben. Zum einen wollte er es schreiben, weil es schon immer ein Ziel von ihm war ein Sportbuch zu schreiben und zum anderen, weil er öfters von jüngeren Spielern gefragt wurde wie ich denn dahin gekommen wäre, wo ich jetzt bin. Als ich ihm dann endlich zugestimmt hatte das Buch zu schreiben, hatten wir natürlich deutlich häufiger Kontakt, sprachen über viele Themenbereiche und führten die Interviews. Rückblickend muss ich sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat beim Buch mitzuhelfen. Wobei ich hier auch noch einmal klarstellen möchte, dass Henning der Autor dieses Buches ist.

Ehingen, Fordham, Boise State, Braunschweig und nun Bamberg: Wie viel "Leverkusen" steckt noch in Chris Sengfelder?

Gute Frage. Für mich ist Leverkusen immer noch Heimat. Meine Familie lebt noch dort, fast alle meine Freunde sind auch noch im Leverkusener Umkreis und natürlich komme ich auch gerne zum TSV zurück, um dort zu trainieren. Ich denke, Leverkusen wird immer ein spezieller Ort für mich bleiben. Man vergisst eben nicht, woher man kommt.

Verfolgst du das Geschehen bei den BAYER GIANTS Leverkusen noch intensiv?

Ja, natürlich! Zum einen hängt das damit zusammen, dass Henning die Spiele kommentiert und ich mir dies immer gerne anhöre. Zum anderen habe ich mich sehr gefreut, dass die GIANTS im Vorjahr so gut in der ProA aufgespielt haben. Es ist toll, dass der Trainerstab den vielen einheimischen Akteuren so viel Vertrauen schenkt.

Etabliert in der BBL, Nationalspieler und eine eigene Biografie auf dem Markt: Welcher ist der nächste Schritt, den du machen/erleben möchtest?

Ich möchte mich weiterhin, so gut es geht, entwickeln, um einfach immer näher an meine Leistungsgrenze heran zu kommen. Ich denke, dass das der wichtigste Schritt ist und dann werden andere Sachen folgen.

Das Gespräch mit Christian Sengfelder führte Christopher Kwiotek

Das Buch „Christian Sengfelder – Der lange Weg zum Basketball-Profi“ könnt ihr bei eurer Buchhandlung um die Ecke, direkt über die Verlagsseite ( < hier klicken > ) oder im Internet bestellen. Wer ein handsigniertes Exemplar sucht, kann dies im Shop von Brose Bamberg kaufen ( < hier klicken > )

Steckbrief Christian Sengfelder
Geburtstag:
 28. Februar 1995
Geburtsort: Leverkusen
Größe: 2,06 Meter
Gewicht: 112 Kilogramm
Position: Power Forward
Aktueller Verein: Brose Bamberg (BBL) seit Sommer 2019
Nationalspieler: DBB A-Team (4 Länderspieler)
Bisherige Vereine: Basketball Löwen Braunschweig (2018/19 - BBL), Boise State University (2017/18 – NCAA l), Fordham University (2014 bis 2017 – NCAA l), TEAM EHINGEN URSPRING (2013/14 – NBBL) und TSV Bayer 04 Leverkusen (bis 2013 – Jugend)
Stats 2019/20: Durchschnittlich 9,2 Punkte und 4,4 Rebounds pro Spiel (27 BBL-Spiele)