"Ich habe mich in Leverkusen gleich willkommen gefühlt"

Aufbauspieler Luca Kahl über seine bisherige Karriere, die aktuelle Saison und vieles mehr.
 


"Ich habe mich in Leverkusen gleich willkommen gefühlt"

Ein verregneter Montagnachmittag in Leverkusen: Nach einem mehr als spektakulären Auswärtserfolg der BAYER GIANTS beim FC Schalke 04 Basketball (wir berichteten) trafen wir uns mit Aufbauspieler Luca Kahl. Mit dem Guard sprachen wir über die bisherige Spielzeit 2019/20, seine Karriere und was er an Headcoach Hansi Gnad schätzt.  


Luca, seit August 2019 spielst du für die GIANTS aus Leverkusen. Wie laufen für dich die ersten Monate im BAYER-Dress?  

Ich fühle mich in Leverkusen extrem wohl. Das Team hat mich sehr  gut aufgenommen und ich finde, dass wir schon in kurzer Zeit zu einer Einheit zusammen gewachsen sind. Mit den ersten Monaten nach meinem Wechsel bin ich wirklich sehr zufrieden.  

Für dich persönlich war es der erste Wechsel deiner Karriere, zuvor hast du von der Jugend bis in den Seniorenbereich für die Uni Baskets Paderborn gespielt. Was war ausschlaggebend für deinen Abgang?
 
Richtig, ich wollte für meine gesamte Entwicklung, sportlich wie auch persönlich, eine neue Herausforderungen annehmen. Deshalb habe ich mich recht früh dazu entschlossen einen anderen Weg zu gehen, weg von zu Hause und dem gewohnten Umfeld. Einfach mal raus aus der eigenen „Komfortzone“ und bis dato muss ich sagen, dass ich diesen Schritt nicht bereue.  

In Leverkusen hast du dich sportlich sehr gut zurechtgefunden und hast dich auch schnell mit dem Verein identifiziert. Was macht den Rekordmeister für dich besonders?
 
Die BAYER GIANTS waren für mich kein unbekannter Verein, ich habe oft in der Jugend gegen Leverkusen gespielt. Ich persönlich finde, was den Verein so besonders macht, sind die Fans und die Leute, die im Umfeld tätig sind. Es ist alles sehr familiär und man fühlt sich hier immer willkommen. Das liegt wahrscheinlich auch an der rheinischen Mentalität (lacht). Es ist natürlich eine besondere Ehre, für einen so erfolgreichen Verein spielen zu dürfen und Teil des Teams zu sein.  

Lass uns zur aktuellen Saison 2019/20 kommen: Sechs Siege aus den ersten neun Partien, dass haben die kühnsten Optimisten nicht zu träumen gewagt. Wie beurteilst du den aktuellen Saisonverlauf?
 
Viele  sagen, dass wir die Überraschung der Liga sind. Ich finde, dass diese Erfolge einfach für die gute Arbeit der Coaches sprechen, die jeden Tag einen tollen Job machen. Wir sind ein gutes Beispiel, dass man mit Teambasketball sehr erfolgreich sein kann. Dies spricht natürlich auch für die Philosophie des Trainerstabs. Wir sind noch lange nicht am Ende der Saison und sollten diese Siege nicht überbewerten, sondern weiter hart arbeiten, denn in der Liga bekommt man nichts geschenkt.
 
Höhepunkt der bisherigen Spielzeit war sicherlich der Sieg inklusive des 20:0-Lauf gegen die BC Falcons Nürnberg. Hast du schon einmal so etwas Verrücktes erlebt?
 
Das Spiel war der absolute Wahnsinn, für die Fans war es ein super Spiel zum zuschauen. Wir haben am Ende einfach Teamgeist bewiesen und in der Verteidigung alles gegeben um das Ding zu gewinnen. Für mich war das nicht ganz neu, ich habe schon ein paar Spiele erlebt die einen ähnlichen Verlauf genommen haben wie z.B. im letzten Jahr mit den Uni Baskets in Hagen. Ich glaube, dass dies ein Vorteil ist, denn es hilft einem in der entscheidenden Phase Ruhe zu bewahren.


 
Wie siehst du die Saison aus persönlicher Sicht? Durchschnittlich 7,4 Punkte und 3,0 Assists pro Partie sind schließlich "Karriere-Bestwert" für dich...   

Ich bin sehr zufrieden mit meiner eigenen Leistungen, wobei ich das nie so hochhänge. Der Erfolg des Teams ist wichtig und dazu gehört jeder einzelne Spieler. Wenn man gewinnt, dann muss man persönlich auch etwas richtig gemacht haben, denn alleine sind Siege nicht zu erringen. 
  

Du gehörst mit deinen 22 Jahren zu den jüngeren Spielern im BAYER Kader, dennoch scheust du dich nicht Verantwortung zu übernehmen. Woher kommt diese Eigenschaft?  

Ich bin zwar in unserem Team einer der jüngeren, dafür habe ich allerdings schon viel in meiner Basketballkarriere erlebt. Die letzten vier Jahre in der ProA haben mir definitiv weitergeholfen. Ich kenne die Liga schon sehr gut und viele Spieler, was uns als Team zugute kommt. Mein persönliches Ziel war es, bevor ich gewechselt bin, mehr Verantwortung in meiner neuen Mannschaft zu übernehmen und das setze ich jetzt um.
 
Mit Hansi Gnad spielst du auch unter einem neuen Coach, der auch für eine andere Spielphilosophie als zuvor in Paderborn steht. Wie läuft es mit deinem neuen Trainer?   

Ich verstehe mich mit Hansi sehr gut. Mir gefällt seine Philosophie sehr und der Erfolg der letzten Monate gibt ihm Recht.
 
Was zeichnet Coach Gnad aus deiner Sicht aus?
 
Hansi ist ein "Player-Coach". Seine Kommunikation mit den Spielern ist sehr gut, denn er stellt das Team immer in den Vordergrund. Er kann hart sein, aber man kann mit ihm auch lachen und Spaß haben.
 
Was macht Luca Kahl denn privat? Was sind deine beruflichen Ziele?
 
Ich studiere neben dem Basketball noch Sport und Wirtschaft. Ich möchte später in einem der beiden Bereiche arbeiten oder am besten eine Kombination finden. Dem Sport möchte ich nach meiner Karriere auf jeden Fall verbunden bleiben. Deswegen nutze ich meine freie Zeit fürs Studium oder um mich von den anstrengenden Trainingseinheiten zu erholen.
 
Als Ziel haben die Verantwortlichen der Rheinländer den Klassenerhalt ausgegeben. Sicherlich ein Ziel welches längst nicht mehr unrealistisch für Euch ist. Wo soll es hingehen?
 
Das Ziel ist und bleibt auf jeden Fall der Klassenerhalt. Wir wollen in der ProA bleiben und legen dafür momentan den Grundstein. Deswegen ist jedes Spiel wichtig und wir müssen in jeder Begegnung 110 Prozent geben. Am Ende des Tages wollen wir natürlich gewinnen, dass macht auch am meisten Spaß (lacht). Die Playoffs zu erreichen wäre natürlich „Gigantisch“.
 

Das ist Luca Kahl

Luca Finn Kahl wurde am 01.06.1997 in Soest (Regierungsbezirk Arnsberg / NRW) geboren. Mit 13 Jahren startete der Guard seine junge Basketballkarriere bei den Uni Baskets Paderborn. Kahl wurde mit den Ostwestfalen Deutscher Meister in der U14 (2011) und durchlief die JBBL / NBBL des Vereins. In der Saison 2015/16 erhielt Luca seine ersten Einsatzminuten in der Herrenmannschaft Paderborns in der BARMER  2. Basketball Bundesliga ProA. Seitdem war im Kader der Baskets nicht mehr wegzudenken. Im Sommer 2019 wechselte er dann erstmalig den Verein und schloss sich den BAYER GIANTS Leverkusen an.